Auf der Jagd nach Aloes

Ein Besuch im tropischen Garten von Tom Forrest in Uganda


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Hoch über Kampala, der Hauptstadt von Uganda, schwebt der Garten von Tom Forrest. Der pensionierte Entwicklungsexperte hat sich hier ein kleines Paradies von tropischen Pflanzen angelegt. Ganz voran eine Reihe von Aloen: denn Tom Forrest hat einige davon gesammelt und bestimmt. Daraus ist eine Publikation entstanden, durch die mittlerweile vierundzwanzig Sorten erfasst sind.

Tom Forrest sitzt in einem Sessel im Wintergarten des Bungalows, den er in Kampala bewohnt, und schaut in seinen Garten. Wenn er nicht Gedichte schreibt, beschäftigt er sich mit Pflanzen. Es war ein Glücksfall, dass er Thomas Cole kennenlernte, der genau wie er auf eine ungewöhnliche, noch unbekannte Spezie von Aloe gestoßen war und sie, genau wie er, mit nach Hause gebracht hatte. Die beiden besuchten einander in ihren Gärten und stellten fest: das könnte die gleiche sein! Der eine hatte sie an der oberen Spitze des Lake Albert an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo entdeckt, der andere weiter südlich. Also stiegen die beiden in ein Auto, fuhren los und gingen auf Aloe Jagd. Fast genau zwischen den jeweiligen ursprünglichen Fundstellen stießen sie auf eine Wucherung: es war dieselbe Aloe, die sie in ihren Gärten angepflanzt hatten. Und: sie war noch nicht erfasst und benannt.

So ein unerwarteter Pflanzenfund lässt das Herz jeden Botanikers höherschlagen. Thomas und Tom waren angestachelt – und zogen weiter. Sie wurden fündig. Ganze sieben neue Spezien von Aloe haben die beiden entdeckt – und die Zahl der in Uganda bekannten damit auf vierundzwanzig erhöht. Das Ergebnis ist ‚Aloes of Uganda‘, ein Bestimmungsbuch.

Vor noch ungefähr fünfzehn Jahren war das Veröffentlichen von Pflanzen eine komplizierte Angelegenheit, erzählt Tom. Doch seit nicht mehr in Lateinisch, noch ausschließlich in einem akademischen Magazin veröffentlicht werden muss, sei es leichter geworden. Man kann neue Spezien einfach im eigenen Buch publizieren, solange man sich an gewisse wissenschaftliche Standards hält.

Tom Forrests Garten sollte erstmal nur dekorativ sein. Dann fand er immer mehr tropische, exotische Pflanzen, die sich darin pudelwohl fühlten. Er bezeichnet den Garten als 'low maintenance'. Hier wird wenig beschnitten, getrimmt, gestutzt, dafür gemulcht und gejätet. Man muss nicht Botanik studiert haben, um exotische Pflanzen zu ziehen, sagt Tom. Neugierde und ein bisschen Leselust reichen.

Was kaum jemand weiß:  Aloen gehören zur Familie der Spargelgewächse. Sie können Sukkulenten sein, seltener auch baumförmig wachsen. Einige sind giftig – nicht alle haben die heilende Wirkung der Aloe Vera (Echte Aloe – vera kommt aus dem Lateinischen und heißt ‘wahr‘). In Luganda, der Hauptsprache in Uganda, wird die Aloe Vera Kigagi genannt und vielseitig genutzt – gegen Magengeschwüre, oder Hautprobleme. Aloe Vera wird seit 2500 Jahren weltweit kultiviert und genutzt.

 

Bougainvillea, Aloe, Orchidee: Tom's Garten ist ein Traum

Alle Aloe Gewächse sind in Uganda bedroht. Eine wachsende Bevölkerung, Urbanisierung, Ausbaus der Infrastruktur, Brandrodung, grasende Weidetiere führen dazu, dass ihr natürlicher Lebensraum ständig abnimmt. Das Buch von Tom und Thomas leistet einen Beitrag zur Identifizierung der Aloe, und damit ihrer Wertschätzung. Und es zeigt, wie wunderschön Aloen sind. Um es mit Tom zu halten: „Spectacular“.

 

Good to have

Aloes of Uganda

A Field Guide

Thomas Cole & Tom Forrest

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