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Die Königin von Unterhaching

Eine Strahlenaralie lebt ihr Potenzial


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Marc Ellerich hat im Süden von München ein Dachgeschoss gekauft, das schon bewohnt war: von einer Strahlenaralie. Die Pflanze wächst in unseren Gefilden normalerweise nicht über drei Meter hinaus. Mindestens doppelt so groß, hat dieses Exemplar aber nicht nur die Wohnung für sich eingenommen, sondern auch Mark und seine Frau. Ein Beitrag von Valerie Kittlitz.

Zu der Serie “Seniorpflanzen”:

Viele Pflanzen können Hunderte, sogar Tausende von Jahren alt werden. Bei guter Pflege können uns selbst Zimmerpflanzen überleben. In dieser Serie erzählen Menschen von ihren älteren Hausbewohnern.

Als wir die Wohnung 2012 gekauft haben, war sie schon da, allerdings wesentlich kleiner. Wenn ich mich richtig erinnere ging die bis zur Ballustrade. Schon damals war das eine schöne Pflanze, wenngleich sie kleiner war. Die alten Bewohner haben uns gefragt ob wir sie haben wollen. Die hätte man ja nicht mehr rausbekommen, so groß war sie schon an dem Punkt, man hätte sie nur zerhacken können. Und da haben wir gesagt, nein, nehmen wir, klar. Lasst sie ruhig hier. Und dann war die da. Die ist in 5 Jahren um mehr als das Doppelte gewachsen. Sie hat hier natürlich wirklich gutes Raumklima. Man kann gut lüften, es kann aber auch warm werden, und das mag die, glaube ich.

 

Einen Namen? Nein, den hat sie bei uns nicht. Wir reden von ihr in der dritten Person. “Sollen wir sie mal wieder gießen? Braucht die was?” Sie bekommt einmal im halben Jahr Dünger. Und einmal die Woche bekommt sie drei Gießkannen, also ungefähr sechs Liter Wasser. In der Erde ist ein spezielles Granulat, was das speichert. Wir haben sie ganz am Anfang nach dem Einzug umgetopft, seitdem nicht mehr.

Mich freut dass es ihr gut geht, aber ansonsten würde ich das Verhältnis als ungezwungen beschreiben. Ich bin jetzt nicht der Pflanzenfreak, vielleicht weil ich ein Mann bin, auch wenn das nicht zwingend etwas damit zu tun haben muss. Früher hatte ich eine Yuccapalme, die habe ich gepflegt und überall hin mitgenommen. Egal wo ich hingegangen bin. Jetzt ist es meine Frau, die die Pflanzen anschafft. Aber mit der Intensivpflege hat sie’s dann nicht so. Also kümmere ich mich, wenn die Pflanzen krank sind. Ich kann das nicht anschauen, es tut mir regelrecht weh wenn eine Pflanze eingeht. Einmal habe ich auch richtig um sie gekämpft. Der Efeu hatte Läuse, die sie auch angegriffen haben. Da musste ich schon mit Chemie dran. Aber es hat geklappt, alles ist wieder gut.

Die Königin in ihrer vollen Pracht

Wir fragen uns schon machmal ob die uns auch gerne hat.

Es ist einfach eine wahnsinnig schöne Pflanze; ich freu mich dass sie unsere Wohnung schöner macht. Wenn Besucher kommen gibt es schon einen Wow-Effekt.

Wir werden sicher nicht ewig hier wohnen. Wenn es eines Tages auseinander gehen sollte, würde sie mir sicher auch fehlen. Wir fragen uns schon machmal ob die uns auch gerne hat. Manchmal streift man an ihr vorbei. Ob sie das dann mag?

Marc Ellerich beschreibt den monströs-schönen Wuchs der Strahlenaralie

Strahlenaralie (Schefflera)

Die Schefflera aus der Familie der Araliengewächse, wegen ihrer strahlenförmig um einen langen Stängel angeordneten Blätter auch Strahlenaralie genannt, hat ihre Heimat wie die meisten unserer Zimmerpflanzen in den Tropen. Dort gibt es von ihr eine große Artenvielfalt, manche verholzen und werden so groß wie Bäume, andere leben als Lianen oder Epiphyten an anderen Pflanzen.

Besonders die robuste großblättrige Schefflera actinophylla aus Australien und die kleinblättrige Schefflera arboricola aus China haben den Weg in viele Wohnungen gefunden. Hier sind die meist sehr jungen Pflanzen in einer Wuchshöhe zwischen 50 Zentimetern und zwei Metern bekannt, können aber bis zu 30 Zentimeter im Jahr wachsen und im Alter sehr groß werden.

Weil sie in außergewöhnlicher Menge Schadstoffe (beispielsweise Nikotin) aus der Luft binden kann, hat die Schefflera eine reinigende Wirkung auf die Raumluft.

 

 

Standort: Die Schefflera mag keine direkte Sonneneinstrahlung, verzeiht hingegen etwas dunklere Standorte. Zugluft sollte vermieden werden. Da sie eine hohe Luftfeuchtigkeit schätzt, freut sie sich über gelegentliches Abduschen der Blätter und eignet sich gut als Badezimmerpflanze.

Wasser & Düngen: Die Schefflera sollte im Sommerhalbjahr alle zwei bis drei Wochen gedüngt (im Winter höchstens einmal im Monat) und nicht zu stark gegossen werden.

Sonstige Pflege: Unter ungünstigen Verhältnissen können sich Schild- und Wollläuse auf ihr breit machen. Bei guter Pflege vertragen größere Pflanzen problemlos einen Rückschnitt. Nicht verholzte Triebe können dabei als Stecklinge vermehrt werden.